Nachdem sich der FF USV Jena drei Wochen vor Ligastart am vergangen Wochenende mehr oder weniger mühelos mit 7:1 über den Regionalligisten 1. FC Nürnberg durchsetzen konnte, warteten in diesen Tagen schwierige Gegner auf die Elf von Trainer Christopher Heck. Gegen RB Leipzig (Tabellenführer der Regionalliga Nordost) und die U20 des VfL Wolfsburg (Zweiter der 2. Frauen-Bundesliga) trafen die Blau-Weißen dabei auf ihre beiden ehemaligen Trainer Katja Greulich und Steffen Beck.

2:2-Unentschieden gegen RB Leipzig

Der Vergleich gegen die Messestädterinnen hielt von Anfang an einiges an Spannung bereit, wenngleich die erste halbe Stunde kaum Torgelegenheiten bot. RB um die ehemaligen Jenaerinnen Madlen Frank, Sophia Löser und Marie-Luise Herrmann, die die Kapitänsbinde trug, und der FF USV kämpften zunächst vor allem im Mittelfeld gegeneinander. Während die Heimelf vor allem zu Beginn das Geschehen an sich riss, waren es die Leipzigerinnen, die sich nach rund 25 Minuten zunehmend in der Jenaer Hälfte festspielten. Weltmeisterin Anja Mittag hatte aus der Distanz die erste nennenswerte Abschlussgelegenheit (27.). Bis zur Pause wurden die knapp unter 100 Zuschauer im Universitätssportzentrum mit Torchancen verwöhnt. Waren es zunächst Merza Julević und Vanessa Fudalla, die nach guter Kombination die Führung für Jena auf dem Fuß hatten (30.), so erzielte Leipzig im Konter nach FF-USV-Ecke durch Emily Reißmann die Führung (31.).

Nachdem sich der FF USV Jena drei Wochen vor Ligastart am vergangen Wochenende mehr oder weniger mühelos mit 7:1 über den Regionalligisten 1. FC Nürnberg durchsetzen konnte 

 

Derweil im anderem Strafraum: ein Julević-Freistoß aus rund 20 Metern flog gefährlich in den Strafraum, Verteidigerin Jana Sedláčková konnte den Ball erreichen, der den Pfosten jedoch um wenige Zentimeter verfehlte (35.). Stattdessen waren es erneut die Gäste, die die Effektivität für sich beanspruchten: ein Ballverlust im Mittelfeld konnte von Lea Mauly eiskalt zum 0:2 verwertet werden (38.).
Doch noch vor der Pause gelang den Thüringerinnen zumindest der Anschluss: auf der rechten Außenbahn kombinierten sich Anna Weiß und Jugendspielerin Josefine Schlichting, die heute ihren Einstand in der ersten Mannschaft gab, in Richtung Grundlinie. Die Weiß-Flanke fand schließlich Lisa Seiler im Zentrum, die den Ball zum 1:2 versenkte (40.). In der zehnten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Seiler sogar die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber knapp.

Jena gleicht spät aus, Anja Heuschkel feiert Rückkehr auf den Platz

Während die Sächsinnen die Führung nicht unverdient mit in die Kabine nahmen, waren es vor allem die Jenaerinnen, die dem Spiel im zweiten Durchgang ihren Stempel aufdrückten. RB kam nur noch selten in die Nähe des von Sarah Hornschuch gehüteten Tores. Jana Sedláčková (64.) und ein Freistoß von Merza Julević (75.) verfehlten den Ausgleich nur knapp.

In der letzten Viertelstunde feierte eine Langzeitverletzte in den Jenaer Reihen ihre Rückkehr: nachdem sich Anja Heuschkel vor gut einem Jahr in der Wintervorbereitung einen Kreuzbandriss zuzog, absolvierte sie gegen Leipzig die ersten Minuten auf dem Feld - und war gleich am Ort des Geschehens: eine Flanke von Julević legte Isabelle Knipp quer auf die im Fünfmeterraum postierte Heuschkel, die per Kopf jedoch an der Latte scheiterte, im zweiten Versuch hatte Karla Görlitz kein Glück (90.). Jene war es aber, die in der Nachspielzeit aus der Distanz für den verdienten Ausgleich sorgte (90+2.), weil Geburtstagskind Tina Kremlitschka die Torhüterin erfolgreich irritierte. "Vor allem aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir hier heute gewinnen müssen", schätzte Jenas Trainer Heck die Partie ein. "Leider haben wir unsere Chancen nicht gut genutzt. Nichtsdestotrotz wollten wir in diesem Test einige Sachen ausprobieren und haben einige Spielerinnen auf bisher eher unbekannten Positionen spielen lassen. Damit war ich durchaus zufrieden."

Tore: 0:1 Emily Reißmann (31.), 0:2 Lea Mauly (38.), 1:2 Lisa Seiler (40.), 2:2 Karla Görlitz (90+2.)

Heck vs. Beck - Jena siegt mit 4:2 in Hallenser Regenschlacht

Heck vs. Beck - Jena siegt mit 4:2 in Hallenser Regenschlacht

Schwer waren die Beine der Jenaer Spielerinnen, als keine 24 Stunden später bereits der zweite Test anstand: gegen die Zweitligareserve des VfL Wolfsburg musste man sich im Hallenser Stadion am Zoo nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit einem neunzigminütigen Dauerregen auseinandersetzen. Gegen die grün-weiße U20 absolvierte mit U21-Spielerin Luca Birkholz das nächste Nachwuchstalent sein Debüt für den FF USV. Vor allem zu Beginn der Partie hatten die Blau-Weißen gegen hoch stehende und früh angreifende Wölfinnen Probleme, ins Spiel zu finden, waren dabei in der Chancenverwertung aber umso effektiver. Eine langer Ball auf die rechte Außenbahn und Luca Birkholz wurde von dieser zur Flanke für die in der Mitte postierte Christin Meyer umgewandelt, die aus kurzer Distanz zur Führung traf - aus dem Nichts das 1:0 für Jena (11.). Doch die Niedersächsinnen kamen nach nur wenigen Minuten zum Ausgleich: nach einem Ballverlust in der Jenaer Hintermannschaft traf Kapitänin Ereleta Memeti zum 1:1 (18.).

Die Heck-Elf bewies jedoch weiter Zielstrebigkeit vor dem Tor: auch den zweiten Abschluss verwandelte Christin Meyer (28.). Da Inga Schuldt im Jenaer Kasten vor der Pause zweimal stark parierte, stellte die knappe FF-USV-Führung den Halbzeitstand dar.
Im zweiten Durchgang wurde die Spielerinnen von der Saale endgültig zur spielbestimmenden Mannschaft und konnten in einer mit vielen Zweikämpfen ausgestatteten Partie deren Großteil für sich entscheiden. Mit ihrem Dreierpack krönte Christin Meyer ihre starke Leistung: mit Geduld kombinierte sich der FF USV durch das Mittelfeld, wo der Ball letztendlich an der Strafraumgrenze Jenas Nummer 19 fand, die den Ball in schönem Bogen über die Torhüterin hinweg verwandelte (56.).

Nach einem weiteren Abspielfehler in der Defensive wurde das Spiel noch einmal spannend, als erneut Memeti zum 2:3 verkürzte (65.). Doch nur wenige Moment später stellte Jena den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her: Jitka Chlastáková setzte sich auf der rechten Außenbahn gegen ihre Gegenspielerin durch, im Zentrum schob Vanessa Fudalla zum 4:2 ein (68.). Die erneute Chance zum VfL-Anschlusstreffer lag in der Luft, doch Torhüterin Inga Schuldt parierte in der 82. Minute einen Foulelfmeter von Miray Cin - es bleibt beim 4:2-Erfolg von Christopher Heck über seinen Vorgänger.

Tore: 1:0 Christin Meyer (11.), 1:1 Ereleta Memeti (18.), 2:1 Christin Meyer (29.), 3:1 Christin Meyer (55.), 3:2 Ereleta Memeti (65.), 4:2 Vanessa Fudalla (68.)

Vorne hui, hinten pfui

Nach zwei Testspielen innerhalb von zwei Tagen gegen unterklassige, aber individuell stark besetzte Gegner zog Jenas Trainer Heck sein Fazit: "Obwohl die Beine schwer wurden, haben wir gegen Wolfsburg eine Leistungssteigerung gegenüber dem Leipzig-Spiel gezeigt und verdient gewonnen. Vor dem gegnerischen Tor waren wir endlich einmal eiskalt, doch in der Defensive müssen wir uns noch steigern. Zu oft fallen die Gegentore nach individuellen Fehlern, das wird in der Bundesliga eiskalt bestraft. Wir wollten in den zwei Spielen einiges ausprobieren und vielen Spielerinnen Einsatzzeiten geben. In den zwei Wochen, die uns nun noch bleiben, werden wir im Training nun intensiv weiter an uns arbeiten."

Interner Test gegen Jenas U21

Bereits am vergangenen Mittwochnachmittag standen sich in einem internen Trainingsspiel Jenas Erste Mannschaft und die U21 aus der Regionalliga Nordost gegenüber. Nach einer Spielzeit von zweimal dreißig Minuten konnte sich die FLYERALARM Frauen-Bundesliga-Elf über das Team von Trainer Christian Kucharz mit 5:1 (3:1) durchsetzen.

Zum Abschluss der Vorbereitung gegen KKPK Medyk Konin

Bevor die FLYERALARM Frauen-Bundesliga am 16. Februar um 14 Uhr mit dem Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt im Ernst-Abbe-Sportfeld ins Jahr 2020 startet, steht ein letzter Test für Jenas Bundesligafrauen auf dem Terminkalender. Am kommenden Sonntag (9. Februar) empfängt man um 15 Uhr den polnischen Tabellenzweiten KKPK Medyk Konin im Universitätssportzentrum. Bereits im Juli stand man sich im polnischen Żary gegenüber, damals setzte sich der FF USV mit 3:2 durch.

Zum Abschluss der Vorbereitung gegen KKPK Medyk Konin

Vanessa Fudalla mit U19-Nationalmannschaft unterwegs

In den kommenden Tagen nimmt Jenas Vanessa Fudalla am Kaderlehrgang der deutschen U19-Nationalmannschaft in der Sportschule Kaiserau teil. Für den dreitägigen Kurs (03.-05. Februar) hat der neue DFB-Nationaltrainer die 18-jährige Stürmerin nominiert. Vereinskollegin Karla Görlitz steht auf Abruf bereit. Die deutsche Elf bereitet sich in Nordrhein-Westfalen auf das im März anstehende U19-Vier-Nationen-Turnier im spanischen La Manga vor.

Info, FF USV JENA // Fotografiken Hannes Seifert FF USV JENA

03.02.2020