Den Glanz des DFB-Pokalfinales von 2010 hatte die Begegnung Duisburg gegen Jena an diesem Samstagnachmittag in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga wahrlich verloren. Tabellenletzter gegen den Vorletzten, ein echter Abstiegskrimi. Unter die 350 Zuschauer im Duisburger PCC-Stadion gesellte sich auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die sich die Partie ihrer beiden Ex-Vereine anschaute.

Vom Spielfeldrand aus erlebte sie ein Spiel, wie man sich dieses zwischen zwei Teams im Abstiegskampf vorstellte. Viele Fehler und kaum Torchancen auf beiden Seiten bestimmten die erste Halbzeit. Das Highlight im ersten Durchgang ließ dabei keine zwanzig Sekunden auf sich warten. Duisburg kam vom Anstoß weg zur ersten Großchance, traf dabei nur den Außenpfosten. Glück für Jena.

Danach passierte wenig. Viel spielte sich im Mittelfeld ab, wobei die Hausherrinnen zunächst mehr Ballbesitz auf ihrer Seite hatten. Inga Schuldt im Jenaer Tor, heute mit ihrem zweiten Saisoneinsatz, hatte zwar sehr oft selbst das Spielgerät am Fuß, musste dabei aber keinen nennenswerten Torschuss abwehren.

Erst mit zunehmender Spieldauer begann auch die Jenaer Offensivabteilung, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Ein Weitschuss von Jana Sedláčková bildete eine erste ungefährliche Annäherung an das Duisburg-Tor (13.). Oft probierte es die Mannschaft von Trainer Christopher Heck mit langen Bällen, gefährlich wurde es aber vor allem, wenn sich eine Spielerin per Einzelaktion in der gegnerischen Hälfte versuchte. So kamen Jitka Chlastáková und Karla Görlitz mit ihrem Dribbling-Versuch einem Treffer schon näher, ohne jedoch Carolin-Sophie Härling im MSV-Tor ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Erstmals ohne Gegentor 0:0 in Duisburg: die Mädels vom FF USV Jena holen ersten Auswärtspunkt

Erstmals ohne Gegentor 0:0 in Duisburg: die Mädels vom FF USV Jena holen ersten Auswärtspunkt

Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte der FF USV die Kontrolle über das Spielgeschehen endgültig an sich gerissen, doch beide Mannschaften mussten sich mit einem torlosen Remis in die Kabine verabschieden.

Wie schon vor sieben Tagen gegen den SC Sand kassierten die Thüringerinnen im ersten Durchgang keinen Gegentreffer, ähnlich wie gegen die Badenerinnen überließ man zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst aber auch dem Gegner wieder das Feld. Duisburg zog das Tempo an, einzig einige Abseitsstellungen sowie eine glänzende Inga Schuldt, die in der 62. Minute nach Flanke von der linken Außenbahn glänzend einen Kopfball aus kurzer Distanz über die Latte lenkte, verhinderten einen Jenaer Rückstand.

Es dauerte bis in die letzte Viertelstunde, ehe es die Jenaer Defensive schaffte, die Abstände wieder zu verringern und die eigenen Offensivaktionen wiederzubeleben. Merza Julević aus halbrechter Position setzte den Ball nur knapp über die Querlatte (77.), kurz darauf schaffte es Christin Meyer im Strafraum nicht, Härling mit ihrem Versuch zu überwinden (78.).

Die mitgereisten Jenaer Fans mussten in der Schlussphase noch einmal zittern, als sich Inga Schuldt erneut aus kurzer Distanz auszeichnete (84.). Auf der anderen Seite hatte man fast den Torschrei auf den Lippen, denn die eingewechselte Isabelle Knipp zog in der Nachspielzeit die Blicke auf sich. Nach einer Ecke konnte Duisburg den Ball nicht klären, Knipp setzte im Gedränge zum Torschuss an – Pfosten (90+2.)! Jenas größte Chance zur Führung blieb ungenutzt.

Kurz darauf war Schluss, der FF USV Jena beendet die Hinrunde ohne eigenen Sieg und steht mit nur zwei Zählern abgeschlagen am Tabellenende der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Zwar konnte man zum ersten Mal in dieser Saison das Feld ohne Gegentor verlassen, doch angesichts des Tabellenstandes und der Tatsache, im fünften Ligaspiel in Folge keinen eigenen Treffer erzielt zu haben, wirkt dies nur als unwichtige Randnotiz.

„Wir haben heute klar zwei Punkte zu wenig geholt“, so Jenas Trainer Christopher Heck im Anschluss.“ Aufgrund der Aluminiumtreffer auf beiden Seiten geht das Ergebnis durchaus in Ordnung, „doch es ist schade, dass wir uns nach all dem Aufwand, den wir auf dem Feld betreiben, nicht belohnen. Uns fehlt einfach das Erfolgserlebnis.“

 

Die Rückrunde beginnt

Noch zwei Spiele stehen für die Mannschaft von Trainer Christopher Heck nun bis zum Jahreswechsel auf dem Programm. Am kommenden Sonntag (8. Dezember, Anstoß 14 Uhr) reist man zum Rückrundenauftakt zur TSG 1899 Hoffenheim. Sowohl am ersten Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga-Saison 2019/2020 als auch vor drei Wochen im DFB-Pokal unterlag man den Kraichgauerinnen klar mit 1:6.

Am 15. Dezember (Anstoß 14 Uhr) gastiert der 1. FFC Turbine Potsdam zum Ostderby im Ernst-Abbe-Sportfeld. Trotz zwischenzeitlicher Führung im Hinspiel musste sich Jena am Ende mit 6:2 im Karl-Liebknecht-Stadion der brandenburgischen Landeshauptstadt geschlagen geben.

 

MSV Duisburg: Härling, Harsanyova, O’Riordan, Maksuti, Zielinski (69. Halverkamps), Debitzki (64. Morina), Arghandiwal, Hochstein, Makas (81. Günster), Angerer, Radtke

FF USV Jena: Schuldt, Fudalla (87. Knipp), Julević, Sedláčková, Arnold, Seiler, Graser, Chlastáková, Weiß (69. Kreil), Tellenbröker, Görlitz (59. Meyer)

Tore: keine                                                          

Gelbe Karten: Angerer / Tellenbröker

Zuschauer: 350

Schiedsrichterin: Ines Appelmann (Alzey)

Info und Fotografik FF USV JENA (Hannes Seifert

02.12.2019