Der vielbeschworene digitale Wandel macht vor der universitären Lehre nicht halt. Die Schulen, die ebenfalls gefordert sind, den digitalen Wandel rasch zu gestalten, benötigen entsprechend ausgebildete Lehrkräfte. Dr. Diana Vesga vom Institut für Romanistik der Universität Jena arbeitet deshalb daran, ihren Studierenden die Scheu vor digitalen Methoden und Hilfsmitteln zu nehmen. Für ihr Projekt „Medienkompetenz im romanistischen Lehramtsstudium“ wurde sie im Thüringer Wettbewerb „Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ ausgezeichnet.

Medienkompetenz als Basiswissen

„Die neuen Medien sind kein Allheilmittel, aber sie können die Lehre ergänzen und manchmal besser machen“, sagt Dr. Diana Vesga. Für angehende Lehrerinnen und Lehrer sollte Medienkompetenz deshalb zum Basiswissen gehören. Dabei sei es wichtig, die Chancen und Risiken der neuen Medien im Blick zu behalten: „Digital heißt nicht automatisch gut!“. Es ist beispielsweise hilfreich, mögliche Störungen zu bedenken. Sollte etwa das Internet ausfallen, darf der Unterricht nicht darunter leiden. Zudem müssen rechtliche Fragen bedacht werden, etwa der Umgang mit den Nutzerdaten.

Schon jetzt nutzt Diana Vesga die neuen Medien zum Unterrichten. Dabei profitiert die 37-jährige Fachdidaktikerin für romanische Schulsprachen davon, selbst als Lehrerin tätig zu sein: Neben ihrer Arbeit an der Universität Jena unterrichtet Vesga an zwei Tagen der Woche an einem Gymnasium in Meiningen. Dort erhält sie Impulse aus der Schulpraxis, die sie mit den Studierenden in Jena erforscht. Denn digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten des Lehrens und Lernens, mit denen angehende Lehrkräfte vertraut sein müssen.

 Dr. Diana Vesga will Lehramtsstudierenden die Scheu vor digitalen Methoden und Hilfsmitteln nehmen. (Foto: Anne Günther/FSU)

Dr. Diana Vesga will Lehramtsstudierenden die Scheu vor digitalen Methoden und Hilfsmitteln nehmen.

(Foto: Anne Günther/FSU)

Diana Vesga bezeichnet sich selbst als medienaffin, sie schätzt die Möglichkeiten neuer Technik für Kommunikation und Wissensvermittlung. Seit 2016 arbeitet Vesga, die aus Bogota (Kolumbien) stammt, als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik der Jenaer Universität. Bereits 2008 war sie als Lehrbeauftragte für Spanisch an der Universität tätig. Ihre Promotion schrieb sie über eine Sprachgemeinschaft auf drei Inseln in der kolumbianischen Karibik, in welcher Spanisch, eine Varietät des Englischen und eine Kreolsprache gesprochen werden.

Lehrmaterialien mit Hilfe digitaler Technologien erstellen

Für die Lehre an der Universität nutzt Diana Vesga intensiv die Lernplattform „Moodle“, um Unterrichtsinhalte zu verwalten und mit den Studierenden zu kommunizieren. „Schon in den ersten vier Semestern sollten die Studierenden den Umgang mit Smartphone, Tablet, Beamer, Apps und natürlich Software kennenlernen“, sagt Vesga. In einem nächsten Schritt sollen die künftigen Lehrer und Lehrerinnen befähigt werden, selbst kreativ Lehrmaterialien mithilfe digitaler Technologien zu erstellen.

Mit Unterstützung durch die studentischen Hilfskräfte Colette Kurth und Frederik Suhr entwickelt Diana Vesga aktuell ein Lehrkonzept zur Förderung der Medienkompetenz der Studierenden. In die heiße Phase geht das Projekt dann im Oktober, wenn es im Studium eingesetzt wird. Am Ende der Erprobungsphase soll die Medienkompetenz der Studierenden überprüft werden.  

Info, FSU JENA // Axel Burchardt

03.02.2020